22.09.2021 - TalentTage Ruhr Tag 1

Brote backen, Drohnen fliegen, sich über Stipendien informieren und vieles mehr: Ein Einblick in den ersten Tag der TalentTage Ruhr

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Drohnenpiloten an der Gustav-Heinemann-Realschule

Ob Postversand, Vermissten-Suche oder Fotografie: Die Einsatzgebiete von Drohnen sind vielfältig. Aber wie genau funktionieren die kleinen Quadrokopter? Und darf ich einfach überall damit herfliegen? Alles rund um den Einsatz von Drohnen lernten heute 21 SchülerInnen der Gustav-Heinemann-Realschule in Bottrop beim brickobotik-Workshop „Starte als DrohnenpilotIn durch“. Nachdem sie in der Theorie zu Profis geschult wurden, wollten alle abheben. Mithilfe einer App lernten die jungen Talente blitzschnell, wie sie ihrer Drohne eine Handlungsanweisung geben. Und dann ging’s los: Whhooom! Die ersten Drohnen hoben in der Aula ab und die SchülerInnen staunten nicht schlecht: „Wow, wie cool!“ Ganz nach dem Befehl der SchülerInnen flogen die Drohnen Loopings, schwebten zielgerichtet durch Hindernisse und landeten punktgenau auf den Tischen.

Bewerbungstraining an der TU Dortmund

Den Bachelor an der TU Dortmund machen? Kein Problem!
Seine Ausbildung an der TU Dortmund machen? Das geht auch!

Die SchülerInnen der 9ten Klasse der Realschule Altlünen staunten nicht schlecht, dass man auch ohne Abitur eine Bildungskarriere an der Hochschule hinlegen kann. So gibt es 17 verschiedenen Ausbildungsberufe, darunter z.B. den/die IndustriemechanikerIn, ChemielaborantIn, MediengestalterIn, GlasapparatebauerIn oder Kauffrau-/mann für Büromanagement. Die Auszubildenden sind im Studiengeschehen eingebunden und haben auch direkten Kontakt zu den Studierenden.

Praktische Tipps für das Bewerbungsverfahren gab es auch. So eignet sich die E-Mail-Adresse mausi96@... nur bedingt für den Erstkontakt. Auch Urlaubsfotos gehören nicht in die Bewerbungsmappe. Ein seriöses und authentisches Bild hinterlässt einen besseren Eindruck.

Zweitzeugen e.V. an der Robert Koch Realschule in Dortmund

„Alle Menschen sind gleich“, leider ist dieser Satz nicht immer selbstverständlich. Doch jeder kann ein Statement setzen. In dem ganztägigen ZweitzeugInnen-Workshop wurden die Achtklässler der Robert Koch Realschule aus Dortmund sensibilisiert, sich mit Themen wie Antisemitismus und Rassismus auseinanderzusetzen. Ksenia Eroshina und Simon Jüntgen von ZWEITZEUGEN e.V. sprachen dazu unter anderem über die antijüdischen Gesetze in der NS-Zeit. Dazu gehörte z.B. das Verbot, mit dem Bus zu fahren. Insbesondere in der Auseinandersetzung mit der Lebensgeschichte der Holocaust-Überlebenden Erna de Vries wurden die SchülerInnen selbst zu ZweitzeugInnen und können sich zukünftig gegen Ausgrenzung engagieren und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.

Ab in die Backstube: „BäckerIn mit Talent gesucht“

Die SchülerInnen der Klasse 3b der Maria-Kunigunda-Schule Essen übten sich heute bei Bäcker Peter als Lehrlinge. Bäckermütze auf, Schürze umgelegt, Ärmel hochgekrempelt, Hände gewaschen und schon konnte es losgehen: In der Backstube stand Dinkel-Krustenbrot auf dem Backplan. Bei den Vorbereitungen lernten die kleinen Lehrlinge, dass Hefeteig lebendig ist und wachsen kann, woher das Mehl überhaupt kommt und wie der Teig geknetet werden muss, um ein knuspriges Brot zu erhalten. Mit großen Augen staunten sie über riesige Knetmaschinen, gigantische Rührschüsseln und überdimensionale Backwaagen. Zum Abschluss durfte natürlich jeder sein eigenes Backwerk mit nach Hause nehmen.

Malen mit Pflanzen – Workshop mit Mondo Mio aus Dortmund

Was haben Hibiskus, Rotkohl und Rosenblätter gemeinsam? Mit allen drei Pflanzen kann man prima malen!

Wie das geht, haben 25 SchülerInnen der Klasse 7b aus der Gesamtschule Gänsewinkel aus Schwerte beim „Workshop Färbergarten“ im Kindermuseum Mondo Mio in Dortmund kennengelernt. Zunächst wurden die Pflanzen im Westfalenpark besichtigt und brauchbare Pflanzenteile vorsichtig abgeerntet. Unter fachkundiger Anleitung der Museumpädagogen lernten die 12- bis 13-jährigen Jungen und Mädchen, wie Blüten- und Blattteile zerkleinert und mit Wasser zerstoßen zu Naturfarbe gemacht werden. Viele flinke Hände probierten dies an eigenen Kunstwerken gleich aus, die sie später mit nach Hause nehmen durften.

Auf ins neue Emschertal: SchülerInnen prüfen Wasserqualität

Jahrelang galt die Emscher als schmutzigster Fluss Deutschlands. Mit dem Ende des Bergbaus begann eine neue Ära für das Gewässer: Die Emschergenossenschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht den ehemaligen Schandfleck des Ruhrgebiets zu renaturieren. Und das durchaus erfolgreich: Seit diesem Jahr ist die Emscher erstmals wieder komplett abwasserfrei. Das prüften heuten die 4. KlässlerInnen der Grundschule an der Heistraße aus Gelsenkirchenund nahmen einen Seitenbach des Flusses unter die Lupe. Unter den wachsamen Augen von Kai Möx von der EGLV fingen die Kinder verschiedene Wassertiere, um zu prüfen, wie sauber das Wasser nun tatsächlich ist. Flohkrebse zum Beispiel sind wählerische Zeitgenossen und tummeln sich nur in Flüssen mit guter Wasserqualität, während Wasserasseln auch in schmutzigem Wasser überleben können. Am Ende zeigte sich: Die Bemühungen der Emschgenossenschaft konnten durch die fleißigen ForscherInnen bestätigt werden. Die Emscher ist auf einem guten Weg, ein Naturparadies zu werden. Und das nicht nur für Krabbeltiere. 

nouranour, die Mode – und Lernwerkstatt in Witten

Bei nouranour, der Mode – und Lernwerkstatt in Witten, zischt und rattert es: fleißig werden Geschirrtücher, Taschen und andere Dinge ausgeschnitten, zugenäht und gebügelt.  Frauen aus über acht verschiedenen Ländern kommen hier täglich zusammen und lernen das SchneiderInnenhandwerk unter professioneller Anleitung von Basem und Kordula. „Was die Frauen hier gemeinsam haben, ist, dass sie gerne lernen und sie sich immer weiter selbst optimieren wollen“, erzählt Basem, der sich seit anderthalb Jahren in der Mode- und Lernwerkstatt engagiert.

Nouranour ist für die Frauen eine wichtige Anlaufstelle, in der sie sich wohl und auch ein bisschen wie zuhause fühlen. Durch das Angebot der Kinderbetreuung vor Ort haben sie etwas Zeit für sich, während ihre Kleinen mit Gleichaltrigen spielen. Hier erlenen sie das SchneiderInnenhandwerk mit dem Ziel, eines Tages damit Geld verdienen zu können. Und fast nebenher lernen die Frauen ein wenig Deutsch. Kordula ist sehr stolz, als sie während unseres Gesprächs bemerkt, wie sich zwei Frauen gegenseitig bei einer Aufgabe unterstützen und berichtet, dass viele Frauen noch ganz andere Talente mitbringen, wie z.B. kochen oder singen.

Wer nouranour unterstützen möchte, kann noch bis zum 20.10.2021 für sie auf
www.deutscher-engagementpreis.de abstimmen.

Eingenetzt 1:0 Umgang mit den sozialen Medien

Gewalt, Hatespeech und Cybermobbing sind leider auch ein Teil der digitalen Welt. Aber wie gehen Betroffene mit solchen Situationen in der Realität um? Die SchülerInnen der 6. Klasse der Gesamtschule Ückendorf aus Gelsenkirchen stellten sich diesen Situationen heute beim Workshop von Schalke hilft mit dem Fanclub Projekt „Schalke macht Schule“. Diskutiert und analysiert wurden Formen von Gewalt bei WhatsApp, Instagram und Co. sowie die Gefühle von Betroffenen. Die Ückendorfer SchülerInnen waren bereits voll im Thema und konnten aus ihrem laufenden #netzTalente-Projekt zum Thema „Cybermobbing“ einiges beitragen.

Tag des Stipendiums 2021

Der nächste Stipendiat kommt aus dem Ruhrgebiet. Bestimmt!

Auch in diesem Jahr fand zum Start der TalentTage Ruhr der Tag des Stipendiums auf Initiative von StipendienKultur Ruhr in Kooperation mit den einzelnen ProjektpartnerInnen statt. SchülerInnen, Eltern, Lehrkräfte und UnterstützerInnen nutzten die Angebote, sich über das Thema Stipendien zu informieren. Den ganzen Tag über fanden Online- und in Präsenz-Veranstaltungen der Partnerhochschulen im NRW-Talentscouting, des Schülerstipendienprogramms RuhrTalente, unterschiedlicher Stiftungen und des NRW-Zentrums für Talentförderung statt.

StipendienKultur Ruhr ist eine Kooperation der TalentMetropole Ruhr und dem NRW-Zentrum für Talentförderung der Westfälischen Hochschule mit dem Ziel, mehr SchülerInnen und Lehrkräfte im Ruhrgebiet über die Möglichkeiten einer Förderung zu informieren und sie bei der Bewerbung zu unterstützen. Das Projekt wird gefördert von der RAG-Stiftung.

Infos finden Sie auch auf der Projekthomepage: www.stipendienkulturruhr.de

 

Knall Bumm Peng - Talentworkshops bei Evonik

Die Ausbildung bei Evonik ist auf jeden Fall spannend und „heiß“! 20 SchülerInnen der Gesamtschule Essen Nord staunten nicht schlecht über die Feuerexplosionen und spektakulären Knalleffekte. Unter dem Motto „Knall Bumm Peng“ zeigte das Unternehmen, welche Ausbildungen und späteren Berufe möglich sind. Und wer weiß, vielleicht waren die nächsten ChemielaborantInnen und ChemikantInnen von Morgen schon dabei?


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