1.000€ für euer Projekt!

An vielen Schulen und Kitas gibt es Vorhaben, die nur darauf warten, umgesetzt zu werden oder Ideen, die in der Schublade schlummern. Doch oft fehlt einfach das Budget, um aktiv zu werden. Im Rahmen der TalentTage Ruhr fördern wir zehn solcher Projekte mit 1.000 Euro.

2024 konnten sich erneut Kitas und Schulen mit ihrer Projektidee bewerben. Die Vorhaben sollten in den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung, MINT, Medienkompetenz, gesellschaftliche Teilhabe und Demokratiebildung, Sprachförderung oder soziales Engagement liegen. Alle weiteren Voraussetzungen für die Bewerbung finden Sie hier: Merkblatt 1.000€-Projekt.

Nun hat eine Jury zehn Gewinner:innen ausgewählt, die mit ihrer Idee zur Talentförderung überzeugt haben. Sie erhalten von uns 1.000€, um ihr Projekt an der Kita oder Schule durchzuführen. Die Projekte der Sieger:innen stellen wir auf dieser Seite vor.

Wir gratulieren den Sieger:innen des 1.000€-Projektes 2024:

Art-o-Mat: Kunstgenuss zum Mitnehmen
Mercator-Gymnasium Duisburg

Statt Zigaretten sollen in Duisburg zukünftig Kunstwerke aus dem Automaten kommen. Umgesetzt wird dieses Projekt von der Schülerfirma des Mercator-Gymnasiums, das mehrere Art-o-Maten in der Stadt betreiben möchte. Hierfür sollen gebrauchte Zigaretten- und Verkaufsautomaten umgestaltet und mit selbst erstellten Kunstwerken befüllt werden. Die Kunstwerke werden von den Schüler:innen kreiert, kuratiert und vermarktet, sodass sie sich in unterschiedlichen Arbeitsfeldern praktisch ausprobieren können. Sie erhalten unter anderem Einblicke in die Berufsfelder Kunsthandel, Grafikdesign, Marketing und Eventmanagement und übernehmen mit Verantwortung. Außerdem engagieren sie sich ehrenamtlich und setzen sich kritisch gesellschaftlichen Problemen, wie dem Tabakhandel, auseinander. Der Prototyp wird an der Schule selbst installiert, weitere Automaten sollen perspektivisch an öffentlichen Orten aufgestellt werden. So können die Schüler:innen ihre Stadt aktiv mitgestalten und positive Impulse setzen.

Und heute steh ich HIER – Biographiearbeit
Janusz-Korczak-Förderschule in Voerde

Vorbilder entdecken, berufliche Orientierung gewinnen, sich mit den eigenen Stärken auseinandersetzen und Zuversicht entwickeln – all das können Schüler:innen über Biographiearbeit. Im Projekt „Und jetzt steh ich HIER“ von der Janusz-Korczak-Schule in Voerde kommen Förderschüler:innen mit Ehemaligen ins Gespräch und erfahren mehr über ihren beruflichen Werdegang. In Interviews und Fragebögen skizzieren sie ihren Lebens- und Bildungsweg und lassen die Jugendlichen an ihren Erfahrungen teilhaben. Wie ging es für sie nach der Schule weiter? Was hat ihnen auf ihrem beruflichen Weg geholfen, mit welchen Hindernissen hatten sie zu kämpfen? Festgehalten, dokumentiert und aufbereitet werden die Erkenntnisse durch Videosequenzen, Plakate, Fotostrecken, Comics und Co. Im Anschluss sollen die entstandenen Werke an einem öffentlichen Ort ausgestellt werden und den Abschlussschüler:innen als Inspiration und Motivation dienen. Abgerundet wird das Projekt durch einzelne Betriebsbesuche. So wird der Lebensweltbezug der Schüler:innen gestärkt und der Übergang von der Schule in den Beruf erleichtert.

"Atelier Glück"
Städt. Gemeinschaftsgrundschule Uhrschule-Meerbeck in Moers

Glück als Unterrichtsfach? Ja, bitte! Denn so kann Persönlichkeitsentwicklung, Selbstvertrauen und Optimismus von Schule aktiv gefördert werden. Außerdem hat das Förderkonzept positive Auswirkungen auf die Konzentration und Wahrnehmung von Schüler:innen. Deswegen soll an der Städtischen Gemeinschaftsgrundschule Uhrschule-Meerbeck in Moers jetzt das „Atelier Glück“ in Anlehnung an das Schulfach nach Ernst-Fritz Schubert erprobt werden. Glück begünstigt eine optimistische Grundhaltung und den Glauben an das Gelingen einer Sache. Es stärkt außerdem die Resilienz und Lebensfreude. Durch die Förderung der TalentTage Ruhr und in Kooperation mit dem Präventionsnetzwerk des Stadtteilbüros und der Schulsozialarbeit soll an der Schule ein Programmheft für die Umsetzung entwickelt werden, das alle am Schulleben beteiligten Menschen miteinbezieht.

Grüne Hände: Handwerkliche Kreativität im Schulgarten
Martin-Luther-King Gesamtschule in Dortmund

Durch die Gestaltung eines eigenen Schulgartens sollen die Schüler:innen der Martin-Luther-King Gesamtschule in Dortmund verschiedene Ausbildungsberufe kennenlernen und sich ausprobieren. So schulen sie nicht nur ihre handwerklichen Fähigkeiten, sondern gewinnen zugleich berufliche Orientierung. Die 9.-Klässler:innen bauen Insektenhotels, Brutkästen und Vogelfutterstationen und erhalten so erste Einblicke in den Beruf des Schreiners. Über das Streichen der Gartenhütte lernen sie den Beruf des Malers und Lackierers kennen und über die Bepflanzung der Beete den Garten- und Landschaftsbau.

KuPa Minis
Friederich-Harkort Grundschule in Hagen

Streit und Zankereien auf dem Schulhof? Das ist bald ein Fall für die KuPa Minis – die interkulturellen Streitschlichter:innen der Friederich-Harkort Grundschule in Hagen. Die Grundschüler:innen werden intensiv in fünf verschiedenen Teilbereichen ausgebildet, um ihre Mitschüler:innen im Anschluss bei kleineren Konflikten zu unterstützen. Sie setzen sich unter anderem mit ihrem eigenen Weltbild, Vorurteilen und Gefühlen auseinander und lernen Kommunikationsmethoden und Schlichtungsverfahrung kennen. Durch die Ausbildung und den Einsatz der KuPa Minis auf dem Schulhof soll soziales Engagement, Partizipation, die Persönlichkeitsentwicklung und das Selbstbewusstsein der Schüler:innen gefördert werden. Zudem stellt die Kommunikation auf Augenhöhe eine wichtige Präventionsmaßnahme gegen Gewalt und Rassismus dar.

Harmonische Begegnungen
Gymnasium im Loekamp in Marl

Wenn die Schüler:innen des Gymnasiums im Loekamp im Julie-Kolb-Seniorenzentrum vorbeischauen, ist so einiges los! Es werden Plätzchen gebacken, Ostereier gefärbt oder Gesellschaftsspiele gespielt. In der Seniorenbegegnungs-AG „AGiL miteinander“ besuchen Schüler:innen der Jahrgangsstufen 5-7 mit ihrer Lehrkraft ein nahegelegenes Seniorenzentrum in Marl und planen diverse Aktivitäten: ein Sozialtraining der etwas anderen Art. Mit der Unterstützung der TalentTage Ruhr soll nun ein weiteres Projekt umgesetzt werden, das die entstandenen Freundschaften stärkt. Die Kinder wollen mit den Senioren einen gemeinsamen Song aufnehmen: „Meine liebe Oma“. Dieser soll professionell vertont und durch ein eigenes Musikvideo festgehalten werden, um die Bindung zwischen den Generationen zu stärken und auch andere Schulen und Kitas für ähnliche Begegnungen zu begeistern.

Interkulturelle Bibliothek
Städt. Tageseinrichtung für Kinder und Familienzentrum Hugostraße in Gelsenkirchen

Um allen Familien einen niedrigschwelligen Zugang zu Büchern und Medien zu schaffen, Mehrsprachigkeit als Ressource zu nutzen und Sprachlernmotivation und Lesefähigkeit zu fördern, möchte die Städtische Tageseinrichtung für Kinder und Familienzentrum Hugostraße in Gelsenkirchen eine interkulturelle Bibliothek einrichten. Diese soll mehrsprachige Bilderbücher, Tonieboxen und -figuren, Hörbücher, Kamischibai und Erzählschienen enthalten. Familien ist es zu festen Zeiten möglich, diese zu besuchen und in gemütlicher Atmosphäre in den Büchern zu stöbern und so die Eltern-Kind-Beziehung zu stärken. Kinder erhalten zudem einen Bibliotheksausweis, mit dem sie wöchentlich verantwortungsvoll Bücher, Tonies und Co. ausliehen können. Darüber hinaus wird vom Familienzentrum monatlich ein interkulturelles Leseevent geplant.

Ankommen in Deutschland
Cuno-Berufskolleg in Hagen

Welche Rolle möchte ich spielen in einer fremden Welt? Und wie kann ich meinen Gefühlen trotz Sprachbarriere Ausdruck verleihen? Diesen Fragen sollen sich Schüler:innen der Internationalen Förderklasse am Cuno Berufskolleg in Hagen mithilfe von Theatertherapie annähern. In einem zweitägigen Theaterworkshop erhalten sie die Chance, sich und ihre Mitschüler:innen besser kennenzulernen und Gefühlen wie Angst, Wut und Trauer auf der Theaterbühne Ausdruck zu verleihen. Über Rollenspiele, Improvisation, Pantomime, fiktive Geschichten und biografische Elemente lernen sie gemeinsam mit einer Theaterpädagogin ihr Handlungsrepertoire zu erweitern, neue Perspektiven einzunehmen und Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Ziel des Projektes ist die Selbstwertstärkung und Ressourcenaktivierung.

Lego Technik Coding Adventure
Gesamtschule Horst in Gelsenkirchen

In einem neuen Projekt werden die Schüler:innen der Gesamtschule Horst in Gelsenkirchen spielerisch an das Programmieren herangeführt. Mithilfe des Lego-Spike Systems und der dazugehörigen App soll Jugendlichen ein einsteigerfreundliches, motivierendes und handlungsorientiertes Angebot geschaffen werden, das ihre Begeisterung für Informatik weckt. Durch den Einsatz der Technologie sollen Schüler:innen schrittweise und nachhaltig Programmierkompetenzen erwerben und Problemlösungsstrategien entwickeln.

Draußen lernen
von Ketteler-Förderschule in Dorsten

Statt Lesen, Schreiben und Rechnen steht für die Schüler:innen der von Ketteler-Schule in Dorsten bald auch Messen, Zeichnen und Lackieren auf dem Unterrichtsplan. Im Rahmen des „1.000€“-Projektes möchte die Förderschule gemeinsam mit ihren Schüler:innen Tische und Bänke für das Schulgelände bauen, um einen Lernplatz im Grünen, außerhalb der üblichen vier Wände zu schaffen. Bei der Entwicklung und Umsetzung des Projektes werden die Schüler:innen aktiv miteinbezogen. Sie stärken nicht nur ihre handwerklichen Fähigkeiten und sammeln wichtige Erfolgserlebnisse, sondern festigen in der klassenübergreifenden Zusammenarbeit auch ihre sozialen Kompetenzen und ihre Teamfähigkeit. Die Möbel sollen aus nachhaltigem Holz gefertigt und in der schuleigenen Holzwerkstatt produziert werden.