23.09.2021 - TalentTage Ruhr Tag 2

Wie werden Kunststoffe richtig und sinnvoll recycelt? Und wie fühlt sich ein Paralympics-Teilnehmer? Der zweite Tag der TalentTage Ruhr gibt SchülerInnen die Antworten auf diese und viele weitere Fragen.

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Workshop bei thyssenkrupp Steel Europe

Einen passenden Sicherungsring für das Planetengetriebe zu finden, ist gar nicht so einfach. Die Schüler der 9. Klasse des Berufskollegs Bottrop probierten sich als Feinmechaniker im Bildungszentrum von thyssenkrupp Steel Europe aus und lernten sieben verschiedene Ausbildungsberufe und duale Studiengänge kennen. Selbst Hand anlegen und ein Getriebe zusammenbauen gehörten an dem Termin „BIST DU BEREIT FÜR THYSSENKRUPP?“ dazu.
Oder lieber eine Logistik-App für das riesige Werksgelände programmieren? Automatisierte Drohnen losschicken, die die Lagerhaltung von Stahl-Coils selbständig überprüfen?
Hier war echte HighTech drin.
Zum Schluss hieß es: CHALLENGE ACCEPTED!

Plastik - von der Herstellung bis zum Recycling

Ist eine Plastikblume aus hartem oder weichem Plastik? Und wo ordnet man eine Plastikflasche zu?

Schnell wird den DrittklässlerInnen der Grundschule an der Heistraße in Gelsenkirchen deutlich, dass es gar nicht so einfach zu bestimmen ist, wo überall Plastik drin ist. Und woher kommt Plastik eigentlich und wie wird es hergestellt? Das erklären die MitarbeiterInnen von der SABIC Polyolefine GmbH anschaulich anhand von Bildern und mitgebrachten Materialien. Alle SchülerInnen machen interessiert mit, als sie ein Molekül darstellen sollen und sind erstaunt, dass das Pulver, aus dem später mal Plastik hergestellt wird, „wie Mehl oder Zucker“ aussieht.

Die Klassenlehrerin, Frau Wardenga, freut sich über die Motivation ihrer SchülerInnen: „Wir versuchen hier in der Klasse auch darauf zu achten, dass der Müll getrennt wird.  Mir hat an der Veranstaltung besonders gut gefallen, dass Plastik von beiden Seiten betrachtet und gezeigt wurde, dass es ein nützliches Material ist, aber eben auch der Umwelt schadet, wenn man es einfach in die Natur wirft“.

ChangeWriters Aktionstag vom ChangeWriters e.V.

Große Freude beim Aktionstag der ChangeWriters: 26 SchülerInnen der Neuen Schule Dorsten durchliefen in drei Kleingruppen erlebnispädagogische Stationen. Anhand der bewährten ChangeWriters Methoden lernten die 8-Klässler ihre Stärken kennen und arbeiteten als Team zusammen. Die SchülerInnen bekamen neue Impulse, um sich selbst und ihre Potentiale auch abseits vom Lehrplan kennenzulernen. Eins der Ergebnisse: die selbstgebauten Seifenkisten!

Auf Verbrecherjagd im Rautal

Einmal Polizistin oder Polizist sein – was für viele ein Kindheitstraum ist, macht das Planspiel im Polizeipräsidium Duisburg möglich. 14 Jugendliche der Theodor-König-Gesamtschule durften heute in der fiktiven Stadt Rautal Spezialkommando, Hundertschaft oder Streifendienst sein und gemeinsam für Recht und Ordnung sorgen. Hier war Teamwork gefragt, es musste korrekt gefunkt und die verschiedenen Einsatzkräfte effizient koordiniert und mobilisiert werden, um den Fall zu lösen.

Die Schülerinnen und Schüler brauchten nicht lange, um zu einer eingeschworenen Einheit zu werden und konnten den Einsatz schließlich erfolgreich abschließen. So scheint der Nachwuchs für das Präsidium in Duisburg für die nächsten Jahre gesichert.

Ausbildungsoffensive: Wohin soll's gehen?

Heute war die Ausbildungsoffensive von schüngelschwarz im Robert-Schuman-Berufskolleg zu Gast. Drei Unternehmen und Hochschulen kamen in der Pausenhalle zum lockeren Talk mit 80 SchülerInnen zusammen. Auszubildende und MitarbeiterInnen von Deichmann, der Pflegeschule der Universitätsmedizin Essen sowie der FOM berichteten authentisch von ihren Berufen, Erfahrungen und Alltag. 

Im Anschluss können die SchülerInnen an den „Info-Tischen der Unternehmen“ ins persönliche Gespräche mit Azubis und AusbilderInnen gehen und erste berufliche Kontakte knüpfen.

„Seid mutig und probiert euch aus!“

Im Rahmen der TalentTage Ruhr erlebten die SchülerInnen der Hildegardis-Schule in Bochum eine ganz besondere Schulstunde. Der Paralympics-Star David Behre war zu Besuch und sprach mit den SchülerInnen ganz offen über sein persönliches Schicksal, das sein ganzes Leben auf den Kopf stellte.

Seine Ärzte nannten es ein „medizinisches Wunder“: Ein Unfall verändert wenige Tage vor seinem 21. Geburtstag das Leben von David Behre. An einem Bahnübergang in Moers wird er von einem Zug erfasst und verliert bei diesem tragischen Unfall beide Unterschenkel. Aber er überlebt. Und trifft noch im Krankenhaus die Entscheidung, sich nicht unterkriegen zu lassen. Er liebt Sport und will seine Leidenschaft nicht aufgeben. Im Gegenteil: Inspiriert von einer Dokumentation über einen der weltbesten Paraläufer, fasst er den Entschluss, Sprinter zu werden. Und tatsächlich: 5 Jahre später gewinnt er seine erste Medaille bei den paralympischen Spielen in London – mit Prothesen. Es folgen Gold, Silber und Bronze in Rio und seine letzte Teilnahme in Tokio. Jetzt beendet er seine Profisportler-Karriere, konzentriert sich auf seine Familie und gibt seine Erfahrungen, seinen Mut und Motivation an andere weiter. „Seid mutig, probiert euch aus und macht das, was euch Spaß macht!“ sagt David Behre zu den SchülerInnen. Die SchülerInnen wollen wissen, was ihm bei seiner Orientierung geholfen hat. „Meilensteine und Ziele“ sind für ihn das Wichtigste. Jugendliche will er inspirieren, an ihre Ziele und die eigenen Stärken zu glauben.

Veranstaltet wurde die Lesung von der TalentMetropole Ruhr und BP Europe SE.

GeKita, Ein Tag in der Kita ... Lerne den Beruf Erzieherin kennen

Könnt ihr euch an eure Kindergartenzeit erinnern?

Die SchülerInnen der Sekundarschule Justus-von-Liebig aus Duisburg drehten heute die Zeit einfach mal zurück und entdeckten dort neue Perspektiven. Nämlich die, eines Erziehers/ einer Erzieherin. Die GeKita stellte ihnen den Beruf anschaulich vor, sprach ehrlich über Vor- und Nachteile und brachte spielerisches Material mit: von Memory über Puppen bis zu Büchern. Ganz wie früher …

Dialog mit der Jugend: Austausch mit EY in den TalentTagen Ruhr

Im Rahmen der TalentTage Ruhr lud Michael Kleene, Leiter der Steuerabteilung Dortmund/Essen und Partner bei EY SchülerInnen zum digitalen Dialog mit der Jugend ein.

Gut vorbereitet und motiviert trafen die BWL-Leistungskurse des Mulvany Berufskollegs aus Herne auf den Partner und Auszubildende von EY. Die Auszubildenden stellten die Ausbildungsberufe und das Duale Studium vor und beantworteten alle Fragen zum Berufseinstieg. Anschließend beantwortete Herr Kleene u.a. Fragen zu seinem Werdegang, erläuterte die Hintergründe und Folgen des Wirecard-Skandals und verriet warum die Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung Berufe mit Zukunft sind.

Bei diesem Projekt bekommen Jugendliche die Möglichkeit, Geschäftsführungen des Ruhrgebiets im persönlichen Gespräch zu erleben und sie mit Fragen zu löchern. Der direkte Kontakt zu TopmanagerInnen macht das Format so besonders. Sie stehen den Jugendlichen an rund 30 Terminen Rede und Antwort und erfahren ihrerseits viel über die Wünsche, Interessen und Einstellungen der Jugend von heute. Jedes Jahr machen etwa 2.500 SchülerInnen mit, bekommen Wirtschaftszusammenhänge aus erster Hand erklärt und entdecken dabei noch mögliche berufliche Perspektiven.

BauTalente gesucht

Wie ist eigentlich die Elbphilharmonie in Hamburg gebaut worden? HOCHTIEF Infrastructure GmbH muss es wissen, denn sie haben den gigantischen Bau realisiert. Aber wer ist alles an so einem Bau beteiligt und welche Berufe im Hochbau, Tiefbau und Ausbau gibt es alles?

Die SchülerInnen der 8. und 9. Klasse der Schule am Hexbachtal lernten bei der Veranstaltung „BauTalente gesucht“ das Ausbildungszentrum der Bauindustrie Oberhausen und die Ausbildungsberufe der HOCHTIEF Infrastructure GmbH kennen wie z.B. MaurerIn, Beton- und StahlbetonbauerIn, Feuerungs- und SchornsteinbauerIn. „Es ist ein cooles Gefühl, wenn man etwas selbst erschaffen hat und sagen kann: Da habe ich mitgearbeitet,“ erzählt Simon, 26, der eine Ausbildung zum Beton- und Stahlbetonbauer bei Hochtief macht. Sein Kollege Max, der Mechatroniker ist, hebt die Atmosphäre hervor: „Die Azubis sind untereinander sehr kollegial und Lachen geht auf der Baustelle immer.“

Nach der Einführung gab es eine ausführliche Führung durch das Werk. Dabei besichtigten die SchülerInnen einen Bagger- und Kransimulator, die Metallwerkstatt, Maurerwerkstatt, Stahlbetonwerkstatt, Holzwerkstatt und vieles mehr. Jetzt ging es selbst ans Werk: Mit Arbeitsschuhen an den Füßen, probierten sich die SchülerInnen nun selbst beim Mauern.

Dafür mussten sie erst den Zement anmischen und dann die Steine passgenau übereinandersetzen. Und wer weiß, vielleicht hat sich hier schon der nächste Azubi bewiesen. Rita Specht, Personal, Human Resources Department: „Wir gehen primär nicht nach Schulnoten. Wir brauchen Auszubildende, die einfach Interesse zeigen.“


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