Talente fördern – von klein auf!

Bildungsangebote der TalentTage Ruhr für die Jüngsten

Die TalentTage Ruhr fördern junge Menschen entlang der gesamten Bildungskette – vom Kindergarten bis zum Hochschulalter. Aber wie sieht Talentförderung im Kita- und Grundschulbereich konkret aus? Wie kann man die Jüngsten bestmöglich unterstützen? Indem man ihnen Erfahrungsräume eröffnet, in denen sie sich ausprobieren, neue Welten entdecken und staunen können – sei es bei einem Museums- oder Theaterbesuch, auf dem Bauernhof oder in der Backstube. Im Folgenden stellen wir einige Veranstaltungen aus diesem Jahr vor, die bei jungen Talenten bleibenden Eindruck hinterlassen haben.

Hühner, Rinder und mehr!

„Solche Veranstaltungen bieten meinen Schüler:innen ganz neue Erfahrungen – besser kann man nicht lernen“, findet Lehrerin Heike Holländer von der Schiller-Schule Bottrop. Im Rahmen der TalentTage Ruhr verlegte sie den Unterricht aus dem Klassenzimmer in die Natur und besuchte mit ihren Viertklässler:innen den Kneibel-Hof in Hattingen. Dort durften die Kinder Eier sammeln, Kühe streicheln und hautnah erleben, wie nachhaltige Landwirtschaft funktioniert. „Die Kinder haben oft zu wenig Gelegenheit, sich in der Natur zu bewegen. Sie kennen keine Hühner und wissen nicht, woher die Eier kommen."

Nicht jede:r traut sich, ein Huhn zu streicheln, doch Simra ist mutig. „So weich!“ Beim Eiersammeln sind alle vorsichtig; manche Eier sind noch warm. Anastasia staunt über die braunen Eier: „Ich kenne sonst nur weiße.“

Warum bekommen Hühner Muscheln zu fressen? Warum raucht es, wenn sich ein Huhn schüttelt? Und kann ein Fuchs über den Elektrozaun springen? Bauer Peter beantwortet geduldig all die neugierigen Fragen der Kinder.

 Im Kuhstall bekommen die Schüler:innen erneut die Gelegenheit, Fragen zu stellen und die Tiere zu streicheln. Ganz geheuer ist ihnen das nicht, doch Gabriel zeigt sich beeindruckt: „Bauer zu sein ist ganz schön viel Arbeit!“

 Zum Abschluss erzählt Bauer Peter, wie er selbst Bauer geworden ist: Schon als Kind half er auf dem Hof seiner Eltern mit, später studierte er Agraringenieurwissenschaften und übernahm schließlich den Hof. Ihm ist nachhaltige Landwirtschaft wichtig – genauso wie die Vermittlung an junge Menschen, woher ihre Lebensmittel kommen und wie ein Bauernhof funktioniert.

Bäcker:in mit Talent gesucht!

In der Backstube von Bäcker Peter herrschte reges Treiben, als 21 Schüler:innen der Maria-Kunigunda-Schule in Essen die Gelegenheit bekamen, selbst aktiv zu werden. Im Rahmen der TalentTage Ruhr erlebten sie, wie aus Teig köstliche Brote entstehen. Zunächst führte Ausbilder Michael Husemann die Kinder durch die Produktionsstätte und erklärte anschaulich jeden Arbeitsschritt: Wie knetet man Teig richtig? Was passiert beim Backen?

Dann ging es an die Praxis: Die Grundschüler:innen durften ihren eigenen Teig zubereiten, kneten und zu individuellen Broten formen. Mit Kürbiskernen, Sonnenblumenkernen und kreativen Mustern verzierte jedes Kind sein Werk. Als die Brote im großen Ofen backten, konnten die Kinder es kaum erwarten, ihr Ergebnis in den Händen zu halten. Die Wartezeit wurde ihnen durch frischen, noch warmen Streuselkuchen versüßt.

Die Begeisterung war groß: Stolz präsentierten die jungen Bäcker:innen ihre fertigen Brote, die sie am Ende sogar mit nach Hause nehmen durften. „Ich fand es so toll, ich möchte jetzt Bäcker werden!“, rief ein Schüler begeistert. Viele waren sich einig: Dieses Erlebnis hat nicht nur Spaß gemacht, sondern auch den Wunsch geweckt, zuhause öfter selbst zu backen.

Das Kleine Ich bin Ich im HalloDu-Theater

Es ist dunkel im Saal, nur die kleine Bühne des HalloDu-Theaters in Bochum ist erleuchtet. Eine Wiese mit bunten Blümchen erscheint, und die Kinder des St. Suitbert-Kindergartens aus Essen warten gespannt darauf, was nun passieren wird. Geschichtenerzähler Giuseppe Zamparoni betritt die Bühne – und mit ihm ein buntes Tier: Es hat farbige Schlappohren, einen rot-weiß karierten Körper, große Kulleraugen und einen blauen, buschigen Schwanz. Das Tier weiß weder, was es ist, noch wie es heißt.

Auf die Bühne gebracht wird hier der Bilderbuchklassiker „Das kleine ICH BIN ICH“ von Mira Lobe. Die Geschichte erzählt auf einfühlsame Weise von Identität, Orientierung und dem Anderssein. Auf der Suche nach seiner eigenen Identität trifft das Tier ein Pferd, eine Kuh, sogar Fische – und erkennt jeweils eine gewisse Ähnlichkeit, doch es gehört nie ganz dazu.

Der Geschichtenerzähler ermutigt es: „Auch wenn du selbst herausfinden musst, wer oder was du bist, darf ich dir so viel verraten: Du bist etwas ganz Wunderbares.“

Am Ende gelangt das Tier zu der klaren, kindgerechten Erkenntnis: Ich bin ich! Die Kinder sind begeistert und klatschen lautstark. Danach präsentieren sie voller Stolz ihre selbstgebastelten „Ich bin Ich“-Figuren: Einige mit Sternen, andere mit glitzernden Bommeln, wieder andere in grau-schwarz gestreift.

„Wir haben uns sehr auf diese Veranstaltung gefreut und im Vorfeld mit den Kindern ‚Ich bin Ich‘-Figuren gebastelt, um uns richtig einzustimmen“, erzählt Kitaleiterin Annette Dürholt-Schäfer. „Die Teilnahme an den TalentTagen Ruhr ist für uns schon eine kleine Tradition.“

Kunst ist magisch

„Kunst und Zauberei haben eine Gemeinsamkeit“, erklärt Zauberkünstlerin Eva Henning. „Sie machen das Unmögliche möglich.“ Das durften auch 24 Grundschüler:innen der GGS Wanheim im Rahmen der TalentTage Ruhr erfahren, als sie an der Veranstaltung „Kunst ist magisch“ im Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr teilnahmen.

Eva Henning führte die Kinder auf einen magischen Rundgang durch das Museum. Bei jedem Kunstwerk wartete ein verblüffender Zaubertrick, kombiniert mit spannenden Geschichten über die Künstler:innen und ihre Werke. Die jungen Besucher:innen staunten und lachten, während Kunst und Magie auf faszinierende Weise miteinander verschmolzen.

Im Anschluss ging es ins Museumsatelier: Dort konnten die Kinder selbst kreativ werden und kleine „Schwebevögel“ basteln, die wie Zaubertricks über ihre Fingerspitzen flogen. Sophia, eine der Schülerinnen, war begeistert: „Ich hatte sehr viel Spaß!“ Auch Lehrerin Frau Holz lobte die Veranstaltung: „Die Verknüpfung von Kunst mit Zauberei war super, um den Kindern die Kunst näherzubringen.“

Dieses besondere Erlebnis hat bei den jungen Talenten nicht nur Staunen und Kreativität geweckt, sondern vielleicht auch die Begeisterung für Kunst und Kultur entfacht – und die Hemmschwelle gesenkt, künftig noch einmal selbst ins Museum zu gehen.


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