Von Neugier zur Perspektive: Berufe ausprobieren

Berufsorientierung während der TalentTage Ruhr 2025

Während der TalentTage Ruhr 2025 können Schüler:innen in spannende Berufsfelder eintauchen, hinter die Kulissen von Unternehmen blicken und ihre eigenen Stärken entdecken. Von praktischen Workshops bis zu realen Einblicken in die Arbeitswelt – hier wird Berufsorientierung lebendig. So zeigen die TalentTage Ruhr auch in diesem Jahr, wie Nachwuchsförderung und die Fachkräftesicherung in der Region gelingen können.

Energiegeladen in die Zukunft

„Wir haben heute einen Stromschaltkreis selbstständig verkabelt – und gelernt, dass der Beruf Elektroniker:in nicht nur etwas für Männer ist“, erzählen Samira und Lena (15) begeistert. Gemeinsam mit ihren Mitschüler:innen von der Gesamtschule Bochum-Mitte haben sie im Rahmen der TalentTage Ruhr an der Veranstaltung „Energiegeladen in die Zukunft“ der epi GmbH teilgenommen.

21 Schüler:innen lernten die Ausbildungsberufe Elektroniker:in für Energie- und Gebäudetechnik sowie Informationselektroniker:in kennen. Sie erfuhren unter anderem, wie Brandmeldeanlagen installiert und moderne Gebäude intelligent gesteuert werden. Außerdem hatten sie die Gelegenheit, sich im offenen Austausch mit Ausbilder:innen und Personalverantwortlichen über Fragen und Erwartungen an den Beruf zu informieren. Dabei setzten sie sich aktiv mit potenziellen Ausbildungsbetrieben auseinander, formulierten Wünsche und reflektierten mögliche Sorgen in Bezug auf die Ausbildung.

Im Anschluss wurde es praktisch: Interessierte durften selbst einen Lichtschaltkreis verdrahten. Lehrerin Sonja Leikam freut sich über das Engagement ihrer Schüler:innen: „Einige möchten sich jetzt sogar für ein Praktikum oder eine Ausbildung bewerben.“ Samira und Lena gehören dazu. Für sie war die Veranstaltung „eine 11 von 10!“

Auch Aylin Koschel aus der Personalabteilung ist zufrieden: „Wir haben in diesem Jahr zum ersten Mal an den TalentTagen Ruhr teilgenommen und konnten zwei Veranstaltungen mit insgesamt 60 Schüler:innen durchführen. Wir waren mit der Organisation und Planung sehr zufrieden. Die Schüler:innen haben heute gut mitgemacht und spannende Fragen gestellt. Im nächsten Jahr sind wir definitiv wieder dabei!“

Karriere beim Discounter? Klar geht das!

25 Schüler:innen des Robert-Schmidt-Berufskollegs Essen hatten bei den TalentTagen Ruhr die Gelegenheit, hinter die Kulissen von ALDI Nord zu blicken und zu erleben, wie vielfältig die Arbeit im Handel ist. Auf dem Programm standen spannende Einblicke in den Marktalltag: eine Führung durch den Markt sowie hinter die Kulissen, inklusive Lager, Kühlhaus und Back-Station.

Die Jugendlichen überprüften die Frische von Obst und Gemüse, verglichen Aldi-Produkte mit Markenprodukten bei einer Verkostung und testeten ihr Wissen anschließend bei einem Aldi-Quiz. Dabei konnten sie ihr neu gewonnenes Wissen direkt anwenden und ihr Verständnis für die Abläufe im Handel vertiefen.

Darüber hinaus stellten Mitarbeitende die Ausbildungsberufe und Karrieremöglichkeiten bei ALDI Nord vor. So erhielten die Schüler:innen einen umfassenden Eindruck davon, welche Perspektiven eine Ausbildung im Handel bietet und wie vielseitig die Tätigkeiten in einem Discounter sein können.

„Die TalentTage Ruhr waren für uns ein voller Erfolg: Wir konnten potenzielle Auszubildende kennenlernen und einige Schüler:innen haben uns sogar direkt signalisiert, dass sie sich bei ALDI Nord bewerben möchten“, berichtet Vivien Kümmel, HR Business Partnerin bei ALDI Nord.

Das Berufsfeld Pflege erkunden!

Warum bewegen sich Menschen im Alter langsamer? Wie fühlt es sich an, mit einem Tremor eine Einkaufsliste zu schreiben, und was sieht man noch mit einer Augenkrankheit? Mit diesen Fragen setzten sich 14 Schüler:innen der Gesamtschule Weierheide aus Oberhausen im Rahmen der TalentTage Ruhr auseinander. Sie nahmen an einem Tag zur Berufsfelderkundung der Evangelischen Dienste Duisburg teil – einem Anbieter der Alten- und Behindertenpflege.

An mehreren Stationen konnten die 12.-Klässler:innen neue Perspektiven entdecken, erleben, wie es gepflegten Personen geht, und erfahren, worauf es in der Pflege ankommt. So testeten sie beispielsweise mit Spezialbrillen und schwerer Kleidung, wie sich bestimmte Augenkrankheiten oder der Verlust von Muskelmasse anfühlen. Auch leichte Stromschläge verdeutlichten, wie schwer es ist, Dinge zu halten, wenn die Nerven zucken – etwa bei Parkinson.

„Ich fand es interessant zu sehen, wie man sich im Alter fühlt, wenn man in jüngeren Jahren keinen Sport gemacht hat“, berichtet Yousef (17).

Mit einem speziellen fluoreszierenden Licht überprüften die Jugendlichen ihre Händedesinfektion: „An den dunklen Stellen erkennt man, dass zu wenig Desinfektionsmittel drauf war“, erklärt Ausbildungskoordinatorin Frau Nöker-Schulzer.

Darüber hinaus erhielten die Schüler:innen Einblicke in die Medikamentenkunde. Sie lernten, Medikamente nach einem 4-Augen-Prinzip zu prüfen, zu teilen oder Gummihandschuhe zu tragen, um die Haut vor langfristiger Aufnahme von Wirkstoffen wie Antibiotika zu schützen.

Im zweiten Teil der Veranstaltung lernten die Schüler:innen verschiedene Bildungswege im Bereich Pflege und Gesundheit kennen – von der praxisintegrierten Ausbildung über ein duales Studium bis hin zu Bundesfreiwilligendienst oder Freiwilligem Sozialen Jahr. Mitarbeitende berichteten von ihrem Werdegang, stellten die unterschiedlichen Studiengänge vor, die Schnittstellen zwischen Pflege und Medizin bieten, und erläuterten Angebote wie Pflegepädagogik, Medical Care oder Pflegemanagement. So erhielten die Jugendlichen ein umfassendes Bild von den vielfältigen beruflichen Möglichkeiten in der Pflege.


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